Zahl der Privatinsolvenzen weiter hoch

Überschuldung ist weiterhin ein großes Problem für deutsche Haushalte. Auch im ersten Quartal diesen Jahres mussten wieder viele Privatinsolvenzen angemeldet werden. Zwar sank die Zahl leicht um zwei Prozent, aber dennoch wurden mehr als 30.000 Fälle gemeldet. Insgesamt werden von Experten für das laufende Jahr bis zu 140.000 Privatinsolvenzen erwartet. Häufigster Grund für diesen Schritt ist die Arbeitslosigkeit.

Neben diesem Faktor sind vor allem dauerhaft niedrige Einkommen, Trennung und Scheidung sowie der gescheiterte Schritt in die Selbstständigkeit dafür verantwortlich, dass Menschen Privatinsolvenz anmelden müssen. Mangelnde Erfahrung in Sachen Kredite und Finanzen ist ein Faktor, der ebenfalls dazu beiträgt, dass viele finanziell scheitern. Unsere Meinung lesen!

Ziel: Restschuldbefreiung

“Raus aus den Schulden” – das ist das Motto der Privatinsolvenz. Allerdings ist dieser Schritt die letzte Option, wenn alle anderen Möglichkeiten gescheitert sind. Es ist die Abwicklung der Insolvenz einer natürlichen Person. Die Privatinsolvenz kommt dann zur Anwendung, wenn die pfändbaren Vermögensgegenstände und die zu erwartenden pfändbaren Beträge der nächsten sechs Jahre nicht ausreichen, um die Schulden zu tilgen. Wenn der Schuldner gewisse Voraussetzungen erfüllt, kann er in diesem Fall das Insolvenzverfahren beantragen. Vorher steht allerdings der Versuch, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erreichen. Hierzu wird ein Schuldenbereinigungsplan mit allen Verbindlichkeiten aufgestellt. Scheitert eine Einigung, wird die Privatinsolvenz beantragt. Das verwertbare Vermögen des Schuldners wird in diesem Fall, soweit möglich, verwertet und der Erlös an die Schuldner ausbezahlt. Ziel des Verfahrens ist in der Regel die Restschuldbefreiung, welche nach sechs Jahren möglich ist. In dieser Zeit, der Wohlverhaltensphase, muss der Schuldner – wenn möglich – versuchen seine Schulden abzutragen. Jetzt erfolgreich traden

Neue Schuldnergruppen

Insgesamt hat sich die Zahl der Privatinsolvenzen seit 1999 um ein Vielfaches erhöht. Das liegt vor allem an der Möglichkeit der Restschuldbefreiung, die früher nicht bestand. Zwei Gruppen sind in den letzten Jahren immer stärker von der Überschuldung betroffen. Zum einen sind dies die 18- bis 25-Jährigen und zum anderen Menschen über 60 Jahren. Bei den Jungen waren 66 Prozent mehr von der Privatinsolvenz betroffen als im Vorjahreszeitraum, bei der älteren Gruppe stieg die Zahl um 6,4 Prozent. Am häufigsten ist allerdings die Altersgruppe der 46- bis 60-Jährigen betroffen, sie machen rund 32 Prozent der Privatinsolvenzen aus. Männer sind häufiger von der Pleite betroffen als Frauen, diese dominieren lediglich in der Gruppe der 18- bis 25 Jährigen. Im aktuellen Testbericht berichteten wir.

Bei der geografischen Verteilung der Privatinsolvenzen gibt es große Unterschiede zwischen Nord und Süd. Die höchste Zahl an Pleiten gibt es in Bremen, aber auch in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind die Zahlen hoch.